Alternative Kraftstoffe: Projekt GREEN REX

Markus Kremer im Gespräch über das Projekt GREEN REX

11. Mai 2015 | Engineering Service, Software & Testing Solutions


Ein rein regenerativ betriebenes leichtes Nutzfahrzeug ist das Ziel des Gemeinschaftsprojekts „Green Rex“. Die Experten der FEV GmbH entwickeln hierbei zusammen mit renommierten Projektpartnern einen „Range Extender“, der mit Erdgas betrieben wird. Grundlage der Entwicklung ist der von KSPG und FEV entwickelte „V2-Range Extender“ mit FEVCom©-Prinzip, der bereits seit 2012 in einem von FEV zum Elektrofahrzeug konvertierten Fiat 500 Anwendung findet. FEV-Projektleiter Markus Kremer stellt das Projekt, dessen Aufgabenstellung und Roadmap vor.


Herr Kremer, können Sie kurz die Vorteile eines Range Extenders erläutern?

Der Range Extender ist ein zentrales Konzept für elektrisch betriebene Fahrzeuge. Es löst die Problematik der geringen Energiedichte von Traktionsbatterien. Der zusätzliche klassische Verbrennungsmotor an Bord des elektrisch betriebenen Fahrzeugs kann die Batterie – mittels angetriebenem Generator – mit elektrischer Energie versorgen.

>>Motoren für den Gasbetrieb, welche die Anforderungen an einen Range
Extender erfüllen, sind aktuell nicht
erhältlich

Aktuell angebotene Range Extender sind meist benzinbetriebene Otto-Motoren. Warum?

Dies ist in der Regel der günstigen Herstellung geschuldet. Der Nachteil dieses Konzeptes liegt vor allem darin, dass der „Range Extender“ auf die Versorgung mit Kraftstoff aus Erdöl angewiesen ist. Motoren für den Gasbetrieb, welche die Anforderungen an einen „Range Extender“ erfüllen – darunter niedrige Produktionskosten, geringer Bauraum und gutes NVH-Verhalten – sind aktuell nicht erhältlich. Daher haben wir uns im Green Rex-Forschungsprojekt das Ziel gesetzt, zu klären, ob durch eine neue Kombination aus verfügbaren Großserientechnologien ein markttaugliches Fahrzeug herstellbar ist, das vollständig mit regenerativen Energieträgern betrieben wird.

Welche Gründe waren ausschlaggebend, auf CNG-Technologie statt auf LPG-Technologie umzurüsten?

Da LPG nicht auf regenerativem Weg hergestellt wird, fiel die Wahl eindeutig auf Biogas. Zusätzlich bietet Biogas ein erhöhtes Einsparpotential von schädlichem CO2. Im Vergleich mit Benzin liegt das Potenzial hier bei rund 24 Prozent, und auch gegenüber LPG sind Einsparungen in Höhe von stattlichen 15 Prozent möglich. Zudem lässt sich aus Biogas gewonnenes Methan einfach speichern – beispielsweise im Erdgasnetz.

Markus Kremer im Gespräch über das Verbundprojekt „Green Rex“

Markus Kremer im Gespräch über das Verbundprojekt „Green Rex“

 

Wie sieht die Roadmap des Projektes aus?

In einem ersten Schritt wurde der von FEV und KSPG entwickelte „Range Extender“ mit seinem ursprünglichen Benzinbetrieb in ein StreetScooter-Work-Nutzfahrzeug integriert und auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover der Öffentlichkeit vorgestellt. Derzeit wird der V2 KSPG-„Range Extender“ in enger Zusammenarbeit mit der FEV GmbH durch das Fraunhofer Institut in Karlsruhe auf einen Betrieb mit aufbereitetem Biogas hin überarbeitet und optimiert. Der überarbeitete „Range Extender“ wird dann am Prüfstand auf Herz und Nieren getestet und anschließend in ein weiteres Work-Nutzfahrzeug von StreetScooter integriert.

>>Methan ist eine ideale Ergänzung zu konventionell
erzeugten
Energieträgern

 

Welches Ergebnis ist am Ende des Projektes zu erwarten?

Durch die frühzeitige Einbindung von Produktionsspezialisten kann voraussichtlich bereits am Projektende eine Aussage über die Mehrkosten im Vergleich zu einer Basisvariante mit Benzinantrieb abgeschätzt werden. Zudem planen wir eine Straßenzulassung sowie erste Fahrversuche mit dokumentierten CO2-Einsparungen, um die Machbarkeit des Konzeptes zu verdeutlichen. Zudem wird innerhalb dieses Projektes mittels Diskreter Dynamischer Programmierung (DDP) eine optimierte Betriebsstrategie des Range Extenders, speziell für die besondere Anwendung in einem Auslieferfahrzeug ermittelt. Diese wird in der FEV eigenen Range Extender-Prototypensteuerung zur Anwendung kommen, um den Verbrauch im Auslieferzyklus eines Nutzfahrzeuges noch weiter zu senken.

Das Projekt "Green Rex" wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gefördert. Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Initiiert wurde das Projekt unter anderem von der Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie Baden-Württemberg GmbH (e-mobil BW) und wird im Spitzencluster "Elektromobilität Süd-West" geführt. Neben Vertretern der FEV besteht das Konsortium aus Spezialisten der KSPG AG, der StreetScooter GmbH, des Lehrstuhls für Verbrennungskraftmaschinen (VKA) der RWTH Aachen, des Fraunhofer ICT sowie des KIT – Institut für Produktionstechnik – wbk. Weitere Informationen bietet die Projekt-Website: www.greenrex.de

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Ein Gedanke zu „Markus Kremer im Gespräch über das Projekt GREEN REX

  1. Bernd Schlüter

    Bravo, Ihr habt genau meinen Traum erfüllt, den ich schon vor einem Jahrzent „erfunden“ hatte. Natürlich war ich damit nicht alleine! Ich habe das Projekt nicht angefasst, weil ich Angst eingeflößt bekam, dass die dauernden Lastwechsel den fetten Zahnrädern schaden. Für die Firmen, mit denen Ihr zusammenarbeitet, sicherlich kein Problem. Also, einen festen Abnehmer habt Ihr, der schon jetzt Werbung für Euren Rex macht.

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