Rot wie Drachenblut

Der FAFNIR 472 bei der FEV GmbH

13. Januar 2015 | Corporate

Ein großartiges Stück Aachener Automobilgeschichte befindet sich seit 2007 im Besitz der FEV GmbH. Ein Fafnir 472 des gleichnamigen Aachener Automobilbauers, der von 1903 bis 1926 produzierte, wurde in jahrelanger Arbeit restauriert. 2015 wird der Fafnir nun auf unterschiedlichen Oldtimerveranstaltungen im Bundesgebiet zu sehen sein – Grund genug um sich mit der Geschichte des Fahrzeuges und seiner Restaurierung zu beschäftigen.

Geschichte der Fafnir-Werke

Bereits 1904 fertigte die Aachener Firma Fafnir Autobausätze unter dem Namen Omnimobil. Während des ersten Weltkrieges kam deutschlandweit die Automobilproduktion zum erliegen, so dass die Fafnir-Werke erst ab 1919 wieder moderne Fahrzeuge in der damaligen Premiumklasse anboten – unter anderem das Modell „472“.

Fafnir 472 der FEV: Einer von weltweit sechs verbliebenen

Basierend auf Planungsentwürfen der Jahre 1913/14 verfügte er noch über die typische „Phaeton“-Karosserieform. Erst später, vermutlich um 1930, wurde der Fafnir 472 Phaeton mit der Fahrgestell Nummer 18961 mit der markanten Pritsche versehen. Der 472 zeigt für die damalige Zeit bemerkenswerte technisch fortschrittliche Merkmale – beispielsweise ein innenliegender Gangschaltungshebel, Blattfedern unter der Hinterachse sowie eine Tankanzeige. Sein Vierzylinder-Langhub-Motor verfügt über ein Leichtmetallkurbelgehäuse, eine Zylinder-Bohrung von 73,2 Millimeter und jeweils zwei stehende Ventile pro Zylinder. Der Hub der dreifach gelagerten Kurbelwelle beträgt 126 Millimeter. Innovativ: Bereits 1919 erfolgte die Motorsteuerung über eine Steuerkette. Dank eines Vierganggetriebes erzielte der „472“ mit seiner nominellen Leistung von 22 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.

Restaurierung in der FEV-Ausbildungswerkstatt

Insgesamt fünf Jahre dauerte die Restauration des Fafnir durch die Mitarbeiter der FEV. Viele Stunden des Schleifens, Schweißens, Dengelns und Hobelns waren bei der Restauration in der FEV-Ausbildungswerkstatt nötig. Bei seiner Übernahme aus der Privatsammlung von Heiner Vogel war der Fafnir in einem restaurierungswürdigen Zustand, von einer baldigen Ausfahrt auf den Straßen Aachens jedoch weit entfernt. Mehr als 90 Jahre, ein Weltkrieg und die Nutzung als Transporter, hatten ihre Spuren hinterlassen.

Bei der Restauration war Hochwertigkeit und Authentizität oberste Prämisse: So konnte das Restaurations-Team rund 80 Prozent des Fafnir 472 aus aufgearbeiteten und überholten Originalteilen wiederherstellen. Selbst die Holz-Speichenräder sind noch die ersten aus dem Jahr 1919 und müssen vor jeder fahrt „gewässert“ werden. Unter dem Lackkleid  wurden Unebenheiten – ganz zeitgenössisch – mit Karosseriezinn ausgeglichen und selbst die neu bezogene Innenausstattung orientiert sich zu 100 Prozent am historischen Vorbild. Auch die 22 PS Leistung des 2,1 Liter Monoblock-Motors können sich sehen lassen.

 

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