Effizientes Datenmanagement

Effizientes Datenmanagement: Kooperation zwischen FEV und Microsoft

28. Januar 2020 | Corporate

Automatisierte Fahrfunktionen und das autonome Fahren beeinflussen grundlegend die Art und Weise, wie wir uns in Zukunft fortbewegen. Bei der Absicherung dieser automatisierten Fahrfunktionen sind Systeme erforderlich, die bei Testfahrten die vielfältigen Szenarien im Straßenverkehr erkennen, bewerten und für die Entwickler aufbereiten. Dieser zentralen Herausforderung begegnet FEV mit einem eigens entwickelten Datenmanagement- und Auswertungssystem, welches auf die Rechnerleistung der Microsoft Cloud-Computing-Plattform „Azure“ zurückgreift.

Nach heutigen Schätzungen sind für die Absicherung
einer automatisierten Fahrfunktion Testumfänge von 240 Millionen bis 16 Milliarden Straßenkilometern* erforderlich. Dabei bestimmt jedoch nicht die Menge der Tests die Reife eines Systems, sondern die Anzahl an „erfahrenen“ Situationen im Straßenverkehr, in denen die Algorithmen aktiv eine Entscheidung treffen müssen – beispielsweise bei einem Überholvorgang auf der Autobahn.

In diesem Zusammenhang stellt das von FEV etablierte V2I-(Vehicle-to-Infrastructure)-Datenmanagementsystem eine effiziente Lösung für die Entwicklung und Absicherung solcher Fahrfunktionen dar. Denn neben der Dauer und Anzahl von Erprobungsfahrten sind im Rahmen der Validierung auch die riesigen anfallenden Datenmengen eine große Herausforderung. So erzeugt das im Fahrzeug installierte Sensorset, bestehend aus Kamera, Lidar (Light Detection And Ranging) und Radar (Radio Detection And Ranging), an einem einzigen Tag schnell bis zu 40 Terrabyte an Daten.

Die Datenmanagementlösung von FEV setzt genau an diesem Punkt an. Zunächst übernimmt ein eigens entwickelter, vernetzter Datenlogger die Sammlung ausgewählter Fahrzeugsignale und sendet diese noch in Echtzeit während der Testfahrt an ein Backend. Hierzu kooperierte FEV zum wiederholten Mal erfolgreich mit dem Unternehmen Microsoft. Mittels der Kombination der Microsoft-Produkte „Azure Cloud“ und dem für den Datentransfer zuständigen IOT-Hub konnte FEV auf eine leistungsstarke und etablierte Toolkette zurückgreifen. In der Cloud werden die übersendeten Fahrzeugdaten konsolidiert, während parallel Algorithmen die Signale hinsichtlich relevanter Szenarien analysieren. Es besteht somit bereits während Testfahrten die Möglichkeit, Rückmeldungen an die jeweiligen Ingenieure zu senden und ganze Flotten nach einem vorher definierten Plan flexibel zu koordinieren.

Ein einheitlicher Zeitstempel vereinfacht weiterhin signifikant die Bereinigung und Aufbereitung aller Fahrzeugdaten. Nicht zuletzt ermöglicht diese Szenarien-basierte Vorfilterung auch eine kosteneffiziente Datenspeicherung in der Cloud. Lediglich vorher detektierte Datenpakete bzw. Szenarien werden in den Cloud-Hot-Storage geladen – also dem Layer mit der höchsten verfügbaren Rechenleistung und Zugriffsverwaltung. Weniger wichtige Abschnitte werden in rechenärmeren und somit kostengünstigeren Cloud-Arealen gespeichert.

Als Integrations- und Entwicklungspartner bei Serienprojekten verschiedener Automobilhersteller hat sich für FEV und seine Kunden das effiziente Auswerten und Validieren von Sensordaten schnell bewährt. Um den allgemeinen Erprobungsaufwand auf realen Straßen und die damit verbundenen Kosten zu minimieren, verlagert der Entwicklungsdienstleister zunehmend signifikante Testumfänge in Simulations- und Laborumgebungen.

Die Data-Logger-Lösung ist, im Zusammenwirken mit der FEV-eigenen cloudbasierten Labellingsoftware, ein wesentlicher Meilenstein für den Aufbau einer ganzheitlichen Entwicklungsumgebung für ADAS/AD-Systeme. Die effiziente Aufbereitung der Daten mittels automatisierter Erkennung und Klassifizierung nach Fahrsituation ist hierbei die Grundlage für alle weiteren Prozessschritte.

Basieren die heute in Serie befindlichen Fahrerassistenzsysteme noch auf vordefinierten Regeln, kann dies aus Sicht von FEV künftig auch durch Einbeziehung von maschinellem Lernen erfolgen. FEVs Ziel ist es, künstliche Intelligenz auch komplexeste Situationen beherrschen zu lassen und dabei das Verhalten der Verkehrsteilnehmer zutreffend zu antizipieren.

Die Kooperation mit Microsoft ist hierbei ein wichtiger Baustein. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Sparten Automobilindustrie und IT gelingt es unternehmensübergreifend, richtungsweisende Innovationen zu etablieren, die entscheidende Entwicklungsvorteile bieten.

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